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Gut Adolphshof - Landwirtschaft · Sozialtherapie · Bildung

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Gut Adolphshof liegt an der südöstlichen Grenze der Region Hannover außerhalb der Gemeinde Hämelerwald, die ein Ortsteil der Stadt Lehrte ist. Der 160 Hektar große landwirtschaftliche Betrieb ist einer der ältesten ökologisch bewirtschafteten Höfe in Niedersachsen. In einer gewachsenen Kulturlandschaft wird eine vielfältige Landwirtschaft nach den biologisch-dynamischen Grundsätzen des Demeter-Verbandes praktiziert. Sie ist die Grundlage für einen Lernort zu den Themen Landwirtschaft und Ernährung, der sich als eigene Bildungseinrichtung entwickelt hat. Auf dem Hof gibt es seit 17 Jahren auch eine Sozialtherapeutische Einrichtung mit Wohnhäusern und Werkstätten.

Die Geschichte

 1827 erwirbt der Weinhändler Siemering aus Hannover auf dem Gebiet der „Dolger Heide“ ca. 250 ha Brachland und Weide. Ein Teil des Geldes leiht er sich von einem Mitglied des Hannoverschen Königshauses,  Adolph von Cambridge, der damit Namensgeber des Hofes wird.

Erste Maßnahme ist der Einbau eines neuartigen Drainage-Systems (Clayton‘sche Tonröhren-Drainage), für die hofeigener Ton abgebaut und in eigener Ziegelei verarbeitet wird, um die Entwässerung der schwierigen Böden („Minutenböden“) zu ermöglichen.

1841 gibt der Hof den Anstoß zur Einrichtung einer Haltestelle Hämelerwald an der neu errichteten Reichsbahn-Linie Lehrte-Peine-Braunschweig durch den Bau eines Gasthofes. Später führt eine Nebenstrecke (die „Peiner Blitz- und Bogenbahn“) von Hämelerwald direkt am Adolphshof vorbei Richtung Hildesheim (stillgelegt 1953).

1900 erwirbt die Familie Hartmann als industrieverdrängte Landwirte aus Hannover-Linden den Hof, baut sieben Landarbeiterhäuser, pachtet zusätzlich Land und erwirbt den Titel eines Rittergutes, der in den 30er Jahren wieder aufgegeben wird. 1904 wird eine eigene Schule mit Lehrerwohnung auf dem Gutsgelände gebaut, in der bis 1949 auch Kinder vom Nachbargut Schierke  unterrichtet werden.

1952 stellt der Hofnachfolger Heinrich Hartmann auf die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise um und erprobt eine neue Kompostwirtschaft. 1970 beginnt der Ausbau der hofeigenen Verarbeitung mit Getreidereinigung, Mühle, Bäckerei und Käserei. 1980 wird der Hofladen in der ehemaligen Kartoffelscheune eingerichtet und die Vermarktung auf Wochen- und Bauernmärkten, vorwiegend in Hannover, ausgebaut.

1987 stellt die Bezirksregierung das Hofensemble unter Denkmalschutz.

1992 baut der Hof mit der inzwischen gegründeten Landbau-Forschungsgesellschaft eine Pflanzenkläranlage als bewachsener Bodenfilter. Diese Anlage wird 2002 gründlich erneuert und 2012 erweitert, um die Abwasserentsorgung des Hofes mit bis zu 150 Bewohnern zu sichern.

1995 wird der Hof auf die Landbau-Forschungsgesellschaft übertragen, die als  gemeinnütziger Eigentümer den landwirtschaftlichen Betrieb mit Flächen und Gebäuden an eine Betriebsgemeinschaft verpachtet. Sie baut als Satzungsziel die Bildungsarbeit aus, wird Einsatzstelle für Freiwilligendienste. Der Hof wird als außerschulischer Lernort vom Nds. Kultusministerium anerkannt und gefördert.

1996 gründet sich als Elterninitiative die Sozialtherapie für geistig behinderte junge Erwachsene und erwirbt auf dem Hof ein eigenes Grundstück in Erbpacht. Es entstehen Wohnhäuser und Werkstätten für 50 betreute Mitarbeiter.

2012 beginnt der Bau neuer Mitarbeiterhäuser am Nordweg auf dem Hof.

2013 zerstört ein Hagel-Unwetter große Teile der denkmalgeschützten Dächer. Dank ausreichender Versicherung erfolgt eine Grundsanierung vieler Dachflächen. Die Landwirtschaft beginnt mit der Gründung der Solidarischen Landwirtschaft  eine neue Zusammenarbeit mit engagierten Kunden aus dem Umkreis. In einer neuen Werkhalle der Sozialtherapie geht eine zentrale Holzheizung in Betrieb.

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